Wenn du schon immer einmal Orecchiette selber machen wolltest, dann bist du hier genau richtig: Stell dir vor, du sitzt in einer kleinen Gasse in Bari, die Sonne wärmt dein Gesicht und auf dem Teller vor dir dampfen frische Orecchiette – handgemacht, zart, mit rauer Oberfläche, die jede Sauce festhält. Diese „Öhrchen-Pasta“ ist nicht nur ein einfaches Rezept, sondern ein Stück apulische Tradition, das du auch in deiner eigenen Küche erleben kannst.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du Orecchiette Schritt für Schritt selber machen kannst – das gelingsichere Rezept für den Nudelteig erfährst du in unserem Online-Kurs.
Orecchiette Herkunft: Apuliens kleine „Öhrchen-Pasta“
Orecchiette – wörtlich „Öhrchen“ – stammen aus Apulien (besonders Bari). Typisch sind zwei Größen: die kleineren, dickrandigen Orecchiette di Bari und etwas größere, flachere Varianten (strascinati). Charakteristisch ist der dickere Rand mit rauer Oberfläche: Er hält Sauce perfekt.
Regional: In Bari isst man sie traditionell mit Cime di rapa (Stängelkohl). Rund um Brindisi & Lecce sind auch Varianten mit Tomate oder Ragù beliebt.

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Teigbasis: Semola & Wasser (Pasta ohne Ei)
Die Seele jeder Orecchiette liegt im Teig – und der kommt ganz traditionell ohne Ei aus. In Apulien verwendet man dafür ausschließlich Semola rimacinata di grano duro, also fein gemahlenen Hartweizengrieß. Diese besondere Textur sorgt dafür, dass die kleinen Öhrchen ihre raue Oberfläche behalten und die Sauce perfekt aufnehmen können. Wer einmal mit normalem Mehl versucht hat, Orecchiette zu formen, merkt schnell den Unterschied: Nur mit echter Semola entstehen Pastaformen, die wirklich italienisch schmecken.

Wenn du Semola einkaufst, achte darauf, dass sie goldgelb, fein vermahlen und aus 100 % Hartweizen besteht. Viele italienische Marken, die du auch online findest, eignen sich hervorragend. Für unsere Kurse arbeiten wir mit ausgewählten Sorten, die zuverlässig elastische Teige ergeben – damit das Formen später leicht von der Hand geht.
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Unsere Empfehlungen für die perfekte Pasta-Basis
Für Orecchiette und viele andere italienische Nudelformen ist die Wahl der richtigen Semola di grano duro rimacinata entscheidend. Sie sorgt für den elastischen Teig, die raue Oberfläche und den authentischen Geschmack, den du aus Apulien kennst. Hier findest du zwei unserer persönlichen Favoriten, die wir auch in unserer eigenen Küche nutzen.

Divella Semola aus Italien
Hol dir Italien in die Küche: Dieses Semola von Divella ist die Basis für echten Pastagenuss.

Molino Chiavazza – Italienisches Semola
Goldgelb, fein vermahlen und unverzichtbar für hausgemachte Pasta: Semola sorgt für elastischen Teig und die typische Pasta-Struktur.
Orecchiette formen – Schritt-für-Schritt
- Rolle den Teig zu 1 cm dicken Strängen.
- Schneide 1–1,5 cm Stücke (Böhnchen).
- Zieh-Schritt: Drücke ein Stück mit einem glatten Messer auf dem Holzbrett zu dir und ziehe es leicht – es wölbt sich und wird rau.
- Stülpen: Stülpe das Teigschälchen über den Daumen – so entsteht der typische dicke Rand („Öhrchen“).
- Trocknen lassen (leicht bemehlt, nebeneinander).
- Kochzeit: Je nach Größe 3–6 Minuten in sprudelndem Salzwasser.
- Finish: Mit etwas Pastawasser in der Pfanne kurz mit der Sauce emulgieren.
Pro-Tipp: Der Rau-Effekt auf kommt vom Ziehen mit einem Messer auf einer Holz-Oberfläche. Glas/Granit macht die Oberfläche glatt.
Fehler vermeiden: Zu trockener Teig reißt; zu nasser Teig klebt und hält keine Form.

Orecchiette selber machen, aber welche Sauce passt?
- Orecchiette alle cime di rapa – bitter-würzig, mit Knoblauch & Peperoncino.
- Sugo di pomodoro – simpel, reif & fruchtig.
- Ragù barese – sonntäglich, langsam geschmort.
- Für Pesto: Orecchiette lieben strukturierte Saucen wie Pesto di rucola oder Pesto alla Trapanese (Mandel-Tomate) – die „Öhrchen“ fangen jedes Krümelchen.

Die Nudel-Sauce: Schritt für Schritt zur perfekten Sugo – Lerne in unserem Online-Kurs Reduktion, Emulsion & Timing – 7 Klassiker von Tomato bis Ragù.
Unser Lieblings-Olivenöl für Orecchiette & Saucen
Neben gutem italienischen Semola spielt auch das Olivenöl eine Hauptrolle: Ob für ein schnelles Pesto, das klassische Gericht Orecchiette alle cime di rapa oder einen aromatischen Sugo – das Öl bringt Tiefe und Charakter in jedes Gericht. Wir haben dir zwei Sorten ausgesucht, die sich besonders für Pasta eignen und die wir selbst gerne verwenden.

Farchioni „Il Casolare“ Olivenöl Extra Vergine – 1 liter
Ungefiltertes, kaltgepresstes Olivenöl aus Italien. Intensiv-fruchtig mit einer feinen Bitternote – ideal für Pasta, Pesto und klassische Orecchiette-Gerichte wie Cime di rapa. Ein echtes Stück Italien für deine Küche.

Natives Olivenöl, extra Carapelli, kein Filterglas, 1 l
Ein mild-fruchtiges Olivenöl mit samtiger Textur, ungefiltert & kaltgepresst. Perfekt für Pesto genovese, leichte Tomatensaucen und Gemüsegerichte – dort, wo das Öl die Aromen unterstreichen soll, ohne sie zu überdecken.
Tipps & Antworten rund um Orecchiette
Wie bekomme ich den dicken Rand hin, wenn ich Orecchiette selber mache?
Durch das Ziehen mit dem Messer und das Überstülpen über den Daumen. Nicht drücken, sondern ziehen – das erzeugt die Kante.
Kann ich Orecchiette vorbereiten oder lagern?
Ja. Frisch: abgedeckt 6–8 Std. im Kühlschrank. Trocknen: 24–48 Std. bei Raumluft mit einem Geschirrtuch abgedeckt, dann luftdicht lagern. Einfrieren: roh nebeneinander vorfrosten, dann in einen Beutel luftdicht verschliesen.
Geht’s ohne spezielles Holzbrettchen?
Ja, ein herkömmliches Holzbrett und ein Buttermesser reichen völlig aus. Wichtig ist die Reibung; auf glatten Flächen fehlt die Struktur.



